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Das sechsstufige und Aufbaugymnasium ist die richtige Schule für alle, die sich nicht bereits nach Klasse 4 für den Besuch des Gymnasiums entscheiden.

1. Wer die Beobachtungsstufe der Haupt- und Realschule besucht hat, kann bei einem Notendurchschnitt von 2,5 und mindestens 2 Zweien in Deutsch, Mathematik, 1. Fremdsprache in die Klasse 7 des Sechsstufigen Gymnasiums eintreten. 

2. Wer einen Realschulabschluss mit mindestens 3,0 Notendurchschnitt (ohne Sport) sowie einen Durchschnitt von 3,0 in Deutsch, Mathematik und der 1. Fremdsprache erreicht hat, kann die Vorstufe (Klasse 11) am Aufbaugymnasium besuchen.

In den letzten drei Jahren bis zum Abitur werden die Schüler der verschiedenen Schullaufbahnen in gemeinsamen Kursen unterrichtet.


Den richtigen Weg zur richtigen Zeit wählen

„Den richtigen Weg wählen!" heißt es für die Eltern der Hamburger Grundschüler am Ende der 4.Klasse. 
Dabei besteht nach der 4.Klasse die Wahl zwischen der Beobachtungsstufe der Haupt- und Realschule oder der Beobachtungsstufe des Gymnasiums oder der Gesamtschule. 
Es gibt aber noch weitere Wege in das Gymnasium, denn das sechsstufige und Aufbaugymnasium bietet den Gymnasialweg auch noch nach der 6. oder auch erst nach der 10. Klasse an (in besonderen Fällen auch nach der 8. Klasse).

Der Anteil der Kinder, deren Eltern nach der 4.Klasse das Gymnasium wählen, ist seit Jahren sehr hoch (45%), weil viele Eltern eine höhere Schulbildung als Voraussetzung für eine sichere Zukunft ihrer Kinder wünschen. Mit der gestiegenen Anmeldezahl bei den Gymnasien ist aber zugleich die Zahl der Schulformwechsler gestiegen, d.h. der Schülerinnen und Schüler, die nach Problemen am Gymnasium wieder zur Realschule zurückkehren. Dieser Weg ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler häufig sehr belastend. 
Das Sechsstufige und Aufbaugymnasium bietet durch Einstiegsangebote zu verschiedenen Zeiten die Möglichkeit, derartige Belastungen zu vermeiden.

Das sechsstufige Gymnasium als Brücke zwischen der Realschule und dem Gymnasium

Wie wichtig das Angebot dieser Schulform ist, zeigt sich nicht allein an ihrer 40-jährigen Erfolgsgeschichte. Die Notwendigkeit wurde anlässlich der ersten LAU-Untersuchung aus dem Jahre 1998 eindruckvoll nachgewiesen, als alle Kinder der 7. Klassen in Hamburg in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch getestet wurden. Es stellte sich heraus, dass ca. 14% der Schülerinnen und Schüler in der Beobachtungsstufe der Haupt- und Realschulen über gymnasiale Leistungen verfügten. Hinsichtlich der Begabungen wäre in solchen Fällen ein Übergang in ein sechsstufiges Gymnasium sinnvoll. Der damaligen LAU-Untersuchung zufolge wurde die Übergangsmöglichkeit aber nur von 4% verwirklicht. Es fragt sich, warum 10% ihre Chance nicht ergriffen haben. Um so wichtiger ist die Kenntnis vom gymnasialen Weg ab der Klasse 7 des sechsstufigen Gymnasiums.

Reifeprozesse geduldig zulassen

Diese Kenntnis vom Weg ins Gymnasium erst nach der 6. Klasse der Haupt- und Realschulen kann durchaus bereits bei der Frage des Übergangs in weiterführende Schulen nach der 4. Klasse der Grundschule eine Rolle spielen: Wenn Eltern unsicher sind, ob ihr Kind schon mit 10 Jahren für die zusätzlichen Belastungen eines Gymnasiums geeignet ist, kann der Reifeprozess der nächsten zwei Jahre abgewartet und der Übergang in das Gymnasium für die 7. Klasse geplant werden. Vielleicht ist ein langsamer Aufstieg für das Kind entwicklungspsychologisch manchmal besser, als den Abstieg durch einen zu frühen Übergang zu riskieren.

Die differenzierte Förderung begabter Schülerinnen und Schüler mit vorheriger Realschulbildung ist die besondere Aufgabe der Sechsstufigen und Aufbaugymnasien. Darüber hinaus bietet diese Schulform besonders auch Schülerinnen und Schülern verschiedener nationaler und kultureller Herkunft mit ihrer sehr unterschiedlichen Bildungs- und Schulbiographie individuelle Einstiegsmöglichkeiten. Die Förderung von Kindern und Jugendlichen, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, ist eine besondere Stärke der Sechsstufigen und Aufbaugymnasien.

Die Sechsstufigen und Aufbaugymnasien sind

  • Schulen der „späteren Entscheidung" für einen gymnasialen Bildungsweg,

  • Schulen des Ausgleichs verschiedener Lernausgangslagen und der Förderung
    entwicklungsbedingter Begabungen,

  • Schulen der differenzierten Hilfe bei der Begleitung individueller Lernentwicklungen,

  • Schulen der Integration unterschiedlicher sozialer und kultureller Lernbiographien.
Die Sechsstufigen und Aufbaugymnasien sind in besonderem Maße Schulen des Ausgleichs von Benachteiligungen und der Verwirklichung von Chancengleichheit und erfüllen damit in eigener Weise einen besonderen Auftrag des Hamburger Schulgesetzes. Sie garantieren die Durchlässigkeit innerhalb des dreigliedrigen Schulsystems.
 
Sechsstufiges Gymnasium
Wechsel nach der 6. Klasse

Sechsstufiges Gymnasium


Aufbaugymnasium
Wechsel nach der 10. Klasse

Aufbaugymnasium

 

 
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